Gäste anders empfangen

Finger Food

Die Regeln der Gastlichkeit sind im Umbruch. Eine neue Gastfreundschaft ist im Entstehen und mit ihr neue Praktiken. Sie laden uns dazu ein, die Gabeln weg zu werfen, uns kleinen Happen zuzuwenden und mit den Fingern zu genießen. Sogar die großen Restaurants interessieren sich dafür, wie zum Beispiel bei Alain Ducasse, Joël Robuchon und Hélène Darroze, die eigene Finger Food Rezepte entwickelt haben.

Neue Gastlichkeit

Für circa 2/3 der Franzosen, die mindestens einmal im Monat Gäste empfangen, ist fast alles erlaubt. Neben den Klassikern wie Mittag- oder Abendessen laden wir nun auch gerne mal sonntags zum Brunch oder Slunch ein – einer verspielten Knabberei zwischen Nachmittagskaffee und Abendessen. Ein schickes Büffet oder Picknick zu organisieren ist modern, reichhaltige Vorspeisenbüffets liegen im Trend. Die Gastlichkeit ersetzt hierbei das Ritual. Man setzt sich auf den Boden oder auf die Couch. Dabei ist allerdings etwas zwingend: eine große Palette an Geschmäckern darbieten.

Kleine Portionen

Man muss Neuerungen einführen, mit raffinierten Gerichten überraschen, vielfältige gastronomische Vorschläge machen, Mischungen wagen, auf die Küchen der Welt zurückgreifen und auf Ästhetik achten. Salzig, süß, von der Vorspeise zum Dessert, alles muss inspiriert sein, bunt und im Miniformat. Häppchen, Mini-Cakes, süße oder salzige Spieße, Hackbällchen, Tapas beherrschen alles. Das Prinzip ist, viel davon anzubieten. Man rechnet um die zehn Portionen pro Person, die man zu einem Glas einlädt, mindestens das Doppelte für ein Vorspeisenbüffet, einen Brunch oder Slunch. Keine Sorge, die Vorbereitung dauert nicht so lange und kleine Portionen bedeuten auch kürzere Kochzeiten. Tortillawürfel mit Kräutern, Mini-Cakes mit Kartoffeln und Entenbrust, Minispieße mit Muscheln und Chorizo, mit frischem Chavignol gefüllte Minipaprika, Kroketten mit rohem Schinken.

Tartar und Carpaccio

Rohe Speisen werden Sommer wie Winter serviert: kleine Tartars aus Rind oder Fisch mit Kräutern oder scharf gewürzten Soßen und neu kreierte Carpaccios. Welche Fleischsorte Sie für Carpaccios auch wählen, lassen sie das Fleisch zunächst mindestens eine Stunde im Gefrierschrank anfrieren. Eine Schinkenschneidmaschine erlaubt es Ihnen dann ganz leicht, das Fleisch in sehr dünne Scheiben zu schneiden. Überraschen Sie mit einem Kalbscarpaccio mit altem Mimolette, garnieren Sie mit feinen Fenchelstreifen und einem Streifen Aceto Balsamico und Haselnussöl. Beim Fisch schneiden Sie Schwertfisch oder Dorade in Scheiben und marinieren sie in Kokosmilch.

Kaffees und Smoothies

Zögern Sie nicht, verschiedene Tee- und Kaffeesorten zu servieren, um die Geschmäcker zu variieren. Benutzen Sie eine Fruchtpresse oder einen Mixer, um Fruchtsäfte und Gemüsesuppen herzustellen. Richten Sie sie, nicht zu dickflüssig, in Gläsern an. So sind sie leicht zu trinken. Bereiten sie auch gesunde und cremige Smoothies zu. Sie sind überall in der Welt zu einem Stück Lebenskunst geworden; lediglich die Geschmäcker ändern sich. Der Schlüssel des Erfolgs liegt in der Mischung. Um sie zuzubereiten, mixen Sie Produkte der Saison. Zu diesen Frucht- oder Gemüsepürees geben Sie Orangen- oder Grapefruitsaft, ein bißchen zerstoßenes Eis, Honig, Milch oder Jogurt. L’Atelier des chefs (eine französische Kochschule) schlägt vor, Kiwi mit Salatgurke zu mischen, Milch und etwas Minze dazu zu geben. Probieren Sie auch mal einen Smoothie aus Apfel, Birne und roter Bete, testen Sie die Verbindung Banane, Zimt, Kokosmilch und rote Früchte… Diese neuen Geschmacksrichtungen werden Sie zum Staunen bringen.