Der Kaffee weltweit, Geschmack und Tradition

Der Geschmack des Kaffees

Die ganze Welt trinkt Kaffee… oder fast. Die größten Kaffeeliebhaber sind die Vereinigten Staaten, Brasilien, Deutschland und Japan*. Doch die Sieger des Pro-Kopf Verbrauchs bleiben die nordeuropäischen Länder Finnland, Dänemark und Schweden, die hohe Ansprüche an Qualität und Herkunft stellen. Im Jahr 2010 wird Kaffee vielen Ländern als Symbolprodukt der modernen Gesellschaft angesehen. Das ist vor allem in Russland der Fall, wo der Verbrauch seit 1990 explodiert. In diesem Land des Tees war Kaffee lange Zeit ein teures Gut, das einer Elite vorbehalten war. Das gleiche Phänomen lässt sich auch in anderen Schwellenländern beobachten, in denen der Kaffee ein Zeichen des Erfolgs ist. Die Zahlen zeigen, dass produzierende Länder, mit Ausnahme von Brasilien, wenig verbrauchen. China bleibt noch dem Tee treu, aber der Kaffeeverbrauch steigt um 20% jährlich.
* Zahlen von 2008 – Internationale Kaffeeorganisation (ICO)

Genussrituale

Die Fernsehserien zeigen es, die Amerikaner trinken ihren Kaffee immer und überall, auf der Straße, im Büro, zuhause, im Auto, während der Mahlzeiten. In Spanien und in Italien wird der Espresso traditionell im Stehen an der Theke und wie in Frankreich auch, zum Abschluss von Mahlzeiten getrunken. In Deutschland hat der heilige Moment des Kaffees ein Wort entstehen lassen „Kaffeeklatsch“ oder Kaffee Geplauder. Deutschland und die Schweiz waren die beiden ersten Länder, die den zuhause hergestellten Espresso übernahmen. In Japan kauft man seinen Kaffee oft an einem der Automaten, von denen es in den Straßen nur so wimmelt. In Mittel- und Nordeuropa genießt man den Kaffee bei Tisch, begleitet von Kuchen und Kaffeeteilchen. In Russland trinkt man den Kaffee draußen, denn er ist ein Zeichen gesellschaftlichen Erfolgs.

Zubereitungsarten

Es gibt verschiedene Techniken, um Kaffeepulver in ein Getränk zu verwandeln. Im Mittleren Osten beruht der Mokka auf dem Kochvorgang: Man erhitzt das sehr feine Kaffeemehl mehrmals mit Zucker in Wasser. Der Satz bleibt am Boden der Tasse zurück. Die Drück- oder Stempelkanne und die italienische Mokkakanne beruhen auf der Methode des Aufgusses. Diese italienischen Methoden wurden in vielen Ländern übernommen. Die Neapolitaner-Kannen, die man beim Kochen auf den Kopf stellt, beruhen auf dem Prinzip des Filtrierens, wie die französischen Kaffeemaschinen auch. Der Perkolator schließlich lässt das Wasser unter Druck durch das Kaffeepulver oder Pad laufen. Die Speisekarten der amerikanischen Restaurants unterscheiden klar zwischen Kaffee und Espresso… der besten Art, um alle Aromen des Kaffees zu extrahieren.