Der Kaffee, Verführer der Großen dieser Welt

Einleitung

Seit Menschengedenken haben die Großen dieser Welt (Politiker, Schriftsteller, Künstler) Kaffee getrunken, geschätzt und gerühmt.

Die Ursprünge der Entdeckung des Mokkas tragen zur Romantik der Kaffeegeschichte bei. Von medizinischer Tugend oder Neuerung wird er unter Ludwig XV zum Liebestrank. Während im XIX Jh. seine belebende und anregende Wirkung auf die intellektuellen Fähigkeiten hervorgehoben wird, öffnet das XX. Jh. den Kaffeekonsum einer breiten Öffentlichkeit und nimmt ihm seinen elitären Charakter.

Romantische Legenden

Auch wenn man Spuren des Kaffees bereits in der Bibel im Buch der Könige findet (David schenkt Abigaïl, Nabals Frau, nach den Konflikten zwischen ihren Stämmen geröstete Kaffeebohnen als Zeichen der Versöhnung), stammt die erste „offizielle“ Legende aus dem VII. Jh., der mündlichen Überlieferung des Korans. Der Engel Gabriel soll dem im Sterben liegenden Mohammed einen von Allah geschickten schwarzen Trank überbracht haben. Neu belebt soll der Prophet 40 Reiter zu Boden geworfen und die 40 Frauen seines Harems beglückt haben.

Liebestrank

Nach der Dominanz der Schokolade unter dem Sonnenkönig hält der Kaffee unter Ludwig XV Einzug im Hof von Versailles. Aber im Wechsel fasziniert er und wird als Heilmittel oder Teufelszeug angesehen, wird medizinisch verschrien. Kaffee wird zu einem hochgelobten Getränk und in einer Zeit großer Frivolitäten, werden ihm sexuell anregende Eigenschaften nachgesagt. König Ludwig XV schätzte den Kaffee, den er ihn galanter Begleitung genoss, besonders in Gesellschaft der Marquise de Pompadour. Eine weitere seiner Favoritinnen, die Gräfin du Barry, teilte diese Leidenschaft mit dem König und ließ sich als „kaffeetrinkende Sultanne“ malen.
Später trank Marie-Antoinette ihren Kaffee aus einem „Laiterie de Rambouillet“ genannten Porzellan-Service, große Tassen in Form weiblicher Brüste.

Genussmittel im XIX. Jh.

Erst im XIX. Jh. werden die anregenden und belebenden Eigenschaften erkannt und von berühmten Kaffeetrinkern bestätigt. Balzac trank Tag und Nacht zahlreiche Tassen, da der Kaffee „den Schlaf vertreibt und es erlaubt seine geistigen Fähigkeiten länger zu nutzen“.

Um während seiner Kampagnen wach zu bleiben und die Müdigkeit zu besiegen, zieht Napoleon Kaffee vor und betet ihn sogar fast an, lässt sogar durchblicken, dass er ihm verfallen sei: „ Der Kaffee belebt mich wieder, er entfacht eine Hitze, die nicht ohne Lust ist. Ich möchte dann lieber leiden, als nicht leiden“.

Ein Getränk für alle

Seit dem letzten Jahrhundert ist Kaffee nicht mehr das Getränk weniger Eliten!

Allen zugänglich, weltweit und durch alle Generationen verbreitet, ist dieses Getränk nicht mehr das Privileg der Großen dieser Welt. Je nach Kultur und Geschmack seiner Genießer unterschiedlich zubereitet, verführt es mit seinen magischen Aromen, seinen anregenden Wirkungen und seiner verzaubernden Wärme.